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 26.04.2005  10:29 Uhr
Infineon bleibt nach enttäuschendem Quartal pessimistisch
MÜNCHEN (dpa-AFX) - Deutschlands größter Halbleiterhersteller Infineon bleibt nach einem enttäuschend verlaufenen zweiten Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2004/05 weiter pessimistisch. Es werde 'keine wesentliche Nachfragesteigerung' erwartet, teilte das Unternehmen am Dienstag in München mit. Zudem rechnet Infineon mit weiter anhaltendem Preisdruck. Zu den Kosten für die bereits angekündigte Werkschließung in München-Perlach konnte Infineon-Chef Wolfgang Ziebart wegen des frühen Stadiums der Verhandlungen mit dem Betriebsrat keine konkreten Angaben machen. Das Betriebsergebnis werde aber auf jeden Fall negativ beeinflusst.
Zwischen Januar und März, dem zweiten Quartal des Ende September endenden Geschäftsjahres, rutschte Infineon vor allem wegen einer schwachen Nachfrage nach Handychips sowie Kosten für den Umbau der Kommunikationssparte ins Minus. Zudem belastete der Preisrückgang bei Speicherchips das Infineon-Geschäft. Die im DAX notierte Aktie sank im frühen Handel wieder deutlich unter die Marke von 7 Euro. In der vergangenen Woche war das Papier nach enttäuschend aufgefassten Zahlen von US-Technologiewerten mit 6,75 Euro auf den tiefsten Stand seit Mai 2003 gefallen, konnte sich allerdings zuletzt wieder etwas erholen. VERLUST FIEL DEUTLICH HÖHER AUS ALS ERWARTET Der Verlust von 114 Millionen Euro nach einem Gewinn von 142 Millionen Euro im ersten Quartal fiel dabei deutlich höher aus als von Experten erwartet. Die von dpa-AFX befragten Analysten hatten mit einem Fehlbetrag von 24 Millionen Euro gerechnet. Dabei hatten jedoch viele Analysten die Umstrukturierungskosten in der Kommunikationssparte nicht berücksichtigt. Diese beliefen sich nach Infineon-Angaben auf 44 Millionen Euro. Der Umsatz sank im Quartalsvergleich um zwölf Prozent auf 1,606 Milliarden Euro und damit etwas stärker als erwartet. Ohne die im ersten Quartal verbuchen einmaligen Lizenzeinnahmen im Zusammenhang mit der Einigung mit ProMOS in Höhe von 118 Millionen Euro habe der Umsatzrückgang fünf Prozent betragen. In der Chipbranche ist der Vergleich zum Vorquartal wegen der stark volatilen Preise aussagekräftiger als der zum Vorjahr. Im dritten Quartal geht Infineon weiter von einer verhaltenden Nachfrage aus. Zudem werde vor allem bei Chipkarten-ICs, Speicherprodukten und Produkten für Mobiltelefone der Preisdruck anhalten. 'Ein Wachstum in Stückzahlvolumen, speziell bei den Speicherprodukten, dürfte jedoch die Auswirkungen des Preisdrucks auf den Umsatz und das operative Ergebnis teilweise ausgleichen', sagte Ziebart laut Pressemitteilung.KOMMUNIKATIONSSPARTE EINZIGES VERLUSTSEGMENT Verantwortlich für das dicke Minus im zweiten Quartal war vor allem die Sparte Kommunikation, deren Umsatz um 20 Prozent auf 332 Millionen Euro einbrach. Vor Steuern und Zinsen habe der Verlust 142 Millionen Euro nach 19 Millionen Euro im Vorquartal betragen. Finanzvorstand Peter Fischl hatte vor kurzem in einem Interview gesagt, dass die Sparte vor allem unter dem schwachen Geschäft mit der Handy-Sparte des ehemaligen Mutterkonzerns Siemens leidet. Die anderen beiden Sparten (Automobil-, Industrieelektronik und Multimarket sowie Speicherchips) blieben operativ im Plus, wobei der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) jeweils deutlich zurückging. Umsatzzuwächse konnte nur der Bereich Automobil-, Industrieelektronik und Multimarket vorweisen, der mit einem einprozentigen Anstieg auf 634 Millionen Euro das Speicherchipsegment als wichtigsten Erlösträger innerhalb des Konzerns ablöste./zb/cm/sk
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